Die Wichtigkeit von Schulungen

von Viviane Hansmann

Sie sind Führungskraft, Vorgesetzter, Personalverantwortlicher oder einfach: Chef. Auch Sie haben schon in Schulungen und Coachings gesessen. Und mal ehrlich: Da waren sicher auch Coachings dabei, die absolut keinen Mehrwert für Sie bereithielten. Kaum Inhalt, extrem langweilig, frontal und: Zeitverschwendung. Im schlimmsten Fall haben diese Coachings Sie in Ihrem Führungsverhalten beeinflusst und Sie glauben lassen, dass Schulungen und Coachings für Ihr Unternehmen ein reiner Kostenfaktor ohne erhebliche Vorteile sind. Warum Coachings aber gerade bei der Einführung von neuen Technologien nicht nur sinnvoll, sondern ein absolutes MUSS sind, haben wir für Sie einmal ausführlich beleuchtet.

Nicht nur „Wie“, sondern auch „Wann“

Wenn es darum geht, welches Ziel ein gutes Coaching hat, dann sind sich alle einig. Ein gutes Coaching muss vor allem Wissen vermitteln. Dabei ist es egal, welche Thematik ein Coaching behandelt – wichtig ist nur: Wenn die Teilnehmer das Coaching verlassen, sollen sie Kompetenz, Wissen und Werkzeuge mitnehmen, die ihnen zukünftig das Leben erleichtern.

Aber warum ein umfangreiches Coaching ausrichten, wenn das Wissen auch in Betriebsanleitungen und Beschreibungen abgerufen werden kann? Das Durcharbeiten von mehreren hundert Seiten Bedienungsanleitungen ist nicht nur mühselig und zeitaufwändig, sondern Bedarf einer enormen Motivation. Insbesondere auch deshalb, weil viele der Informationen im Arbeitsalltag gar nicht notwendig sind. Zielgerichtete Coachings in kleinen Einheiten, die noch dazu auf die Bedürfnisse der Anwender abgestimmt sind, liefern hier den richtigen Ansatz. Denn hier wird nicht nur das reine Fachwissen vermittelt, sondern auch das Wissen um die Erleichterung im Arbeitsalltag wird die Teilnehmer motivieren, die erlernten Werkzeuge einzusetzen.

Der reine Wissenstransfer allein wird also niemals ein erfolgreiches Arbeiten ausmachen können. Noch wichtiger als ein umfangreiches Wissen, sind gezielte und konkrete Informationen und vor allem wann bestimmte Funktionen sinnvoll angewendet werden. Ein gutes Coaching zielt darauf ab, alte Verhaltensweisen aufzugreifen und zu verändern. Dabei geht es nicht darum, alles „Alte“ schlecht zu machen, sondern viel mehr darum, die neuen Möglichkeiten im Vergleich aufzuzeigen.

Ein kleines Beispiel

In einer Kurzeinweisung durch einen Techniker zu einer UC-Software hat man Ihnen erklärt, wie das Desktop Sharing funktioniert. Wann diese Funktion eingesetzt wird, wird aber nicht näher erörtert. Vermutlich werden Sie die Funktion weniger nutzen.

Doch in einer ganz alltäglichen Situation, könnte sie Gold wert sein:

Sie hängen in einem Dokument fest und brauchen einen kurzen Blick von Außen, damit Sie Ihr Dokument vervollständigen können. Nun könnten Sie die Datei per E-Mail an Ihren Kollegen senden, der diese erst abspeichern und dann bearbeiten muss. Anschließend schickt er Ihnen die Datei zurück und Sie müssen erst einmal nachvollziehen, welche Änderungen er vorgenommen hat. Während des Ablaufs kommt Ihre Arbeit zum Erliegen, da Sie auf das Feedback des Kollegen warten.

Genau hier macht Desktop Sharing Sinn. Rufen oder chatten Sie Ihren Kollegen kurz an, teilen Sie Ihre Desktop-Ansicht mit ihm und bearbeiten Sie gemeinsam die Datei auf Ihrem PC. So erhalten Sie sofort ein Feedback, Veränderungen werden am Ursprungsdokument vorgenommen und die Fragestellung kann bei Bedarf direkt konkretisiert werden.

Ein gutes Coaching erklärt Ihren Anwendern also nicht nur die Technik, sondern zeigt auch auf, wann Sie diese sinnvoll in Ihrem bisherigen Workflow integrieren - und diesen damit optimieren. Wenn Mitarbeitern bewusst wird, dass die neue Technik die tägliche Arbeit vereinfachen wird, steigt automatisch die Akzeptanz, denn Entlastung im stressigen Arbeitsalltag ist für jeden Mitarbeiter von Vorteil.

Praxisnähe herstellen

In einem Unternehmen brauchen jedoch nicht alle Mitarbeiter den gleichen Input. Auch unter Ihren Mitarbeitern gibt es verschiedene Zielgruppen mit ganz unterschiedlichen Anforderungen. Um beim Thema Unified Communications zu bleiben: Ihr Vertriebler wird die Kommunikationsmittel ganz anders nutzen als Ihre Sekretärin. Es macht also keinen Sinn Ihrem Vertriebler die Funktionen einer Chef/Sekretärinnen-Konstellation am Telefon zu erklären – er wird sie nicht nutzen. Die Zauberformel lautet also:

Nutzergruppen definieren und Praxisnähe herstellen!

Vor jedem Coaching müssen die Inhalte genau auf die Teilnehmer zugeschnitten werden. Nur so, werden Ihre Mitarbeiter mit Ihren unterschiedlichen Bedürfnissen abgeholt.

Vertrauen und Wertschätzung schaffen

Auch das ist existenziell für ein gutes Coaching: Vertrauen und Wertschätzung schaffen. Über Coachings kann die Akzeptanz der neuen Technologie maßgeblich beeinflusst werden. Coachen und informieren Sie Ihre Mitarbeiter umfangreich und zielgerichtet, zeigen Sie Ihnen „Ihr seid es mir wert, in euch zu investieren! Ihr seid mir wichtig! Du sollst dich auch mit der neuen Technik wohl fühlen!“ Wohl fühlen? Ja, natürlich! Mitarbeiter, die das Gefühl haben, absolutes Vertrauen des Vorgesetzten zu genießen arbeiten wesentlich effizienter, motivierter und loyaler.

Holen Sie Ihre Anwender also mit ins Boot und geben Sie so viel Knowhow wie möglich an sie weiter. Denn dann können Ihre Mitarbeiter auch das bestmögliche aus der neuen Technologie herausholen.

Unternehmensmehrwert dank Coachings

Nun haben wir Ihnen einige Punkte genannt, warum Coachings gerade für Ihre Mitarbeiter wichtig sind. Aber welcher Mehrwert entsteht für Ihr Unternehmen?

Der größte Nutzen entsteht wohl durch das effizientere Handling Ihrer Anwender mit der neuen Technologie. Die Produktivität mit der neuen Technik wird maßgeblich durch das Knowhow gesteigert. Ihnen wird die neuste Technik nichts bringen, wenn Ihre Mitarbeiter sich „verweigern“. Nur mit befähigten Mitarbeitern wird sich Ihre Investition rentieren.

Auch trägt das Coaching zur Mitarbeiterbindung und Imageverbesserung des Unternehmens bei. Denn heutzutage entscheiden sich Arbeitnehmer nicht mehr nur auf Grund finanzieller Aspekte für einen Job, sondern immer mehr auch wegen persönlicher und beruflicher Perspektiven. So stehen Unternehmen mit Weiterbildungsmöglichkeiten bei Bewerbern hoch im Kurs. Und auch bei Kunden und Geschäftspartnern rundet die Ausbildung der Mitarbeiter das positive Image des Unternehmens ab.

Nicht zuletzt verbessern Coachings und Weiterbildungen das Betriebsklima. Wir alle arbeiten – auch gerne mal länger und mehr – wenn wir uns angenommen und wertgeschätzt fühlen. Diese positive Grundeinstellung wirkt sich in alle Bereiche Ihres Unternehmens aus und ist Grundlage für ein gut funktionierendes Team. Und unter uns: Auch Sie arbeiten doch lieber in einem gutgelaunten und motivierten Team als mit nörgelnden und frustrierten Mitarbeitern – oder?

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